Kategorie: Smart Home

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  • Vom Govee zum Hue Flux Gradient: Umbau, Teileliste und was es gekostet hat

    Vom Govee zum Hue Flux Gradient: Umbau, Teileliste und was es gekostet hat

    Im Beitrag über Govee, Tuya und Hue habe ich erklärt, warum ich im Wohnzimmer vom Govee-Streifen auf Philips Hue gewechselt bin. Hier geht es um das Wie: wie der Umbau abgelaufen ist, warum ich vorher zwei Stunden mit dem Zollstock verbracht habe, wo gelötet werden musste – und was am Ende auf der Rechnung stand.

    Vorweg: Das ist kein Nachmittagsprojekt. Wer glaubt, man klebt einen Hue-Streifen einfach in die Decke, unterschätzt den Teil, den keine Produktseite erwähnt.

    Die Ausgangslage

    In der abgehängten Wohnzimmerdecke läuft rundherum eine Stuckleiste, in der die indirekte Beleuchtung sitzt. Vorher lag dort der 30-Meter-Streifen von Govee.

    Die Ecke der abgehängten Wohnzimmerdecke mit der Stuckleiste, in der später der LED-Streifen verlegt wird
    Die Stuckleiste rundherum – hier hinein kommt der Streifen.
    Blick entlang der Deckenkante mit der leeren Stuckleiste vor dem Umbau
    Das Wohnzimmer mit dem alten Govee-LED-Streifen, die Decke ist rundherum in einem einzigen violetten Ton beleuchtet
    Der Govee-Streifen im Betrieb: eine Farbe für den ganzen Raum.

    Warum man das nicht einfach draufklebt

    Der entscheidende Unterschied zum Govee-Streifen: Hue-Streifen lassen sich nur an markierten Stellen schneiden. Bei meinem Modell sitzt alle 17 Zentimeter eine solche Schnittmarkierung. Dazwischen geht nichts – man kann nicht auf den Zentimeter genau kürzen.

    Das klingt harmlos, bis man eine Wand hat, die 39 Zentimeter misst. Zwei Segmente ergeben 34 Zentimeter, drei ergeben 51. Beides passt nicht. Genau deshalb muss man vorher rechnen statt nachher zu improvisieren.

    Handskizze des Wohnzimmergrundrisses mit farbig eingezeichneten Wänden und notierten Maßen für die LED-Planung
    Erst der Zollstock, dann der Lötkolben: jede Wand einzeln vermessen und aufgezeichnet.

    Ich habe also jede Wand einzeln ausgemessen, aufgezeichnet und dann durchgerechnet, wie viele 17-Zentimeter-Segmente auf welche Wand passen und wie groß die Abweichung wird. Die Rechnerei habe ich mir dabei von einer KI gegenprüfen lassen – gebaut haben wir dann selbst.

    Die Rechnung, Wand für Wand

    WandReale LängeLED-SchnittlängeSegmente à 17 cmDifferenzVerbinder
    A4,751 m4,76 m28+0,9 cmEck-Verbinder
    B3,915 m3,91 m23−0,5 cmEck-Verbinder
    C0,390 m0,34 m2−5,0 cmFlex-Verbinder
    D0,433 m0,51 m3+7,7 cmFlex-Verbinder
    E0,382 m0,34 m2−4,2 cmEck-Verbinder
    F1,873 m1,87 m11−0,3 cmEck-Verbinder
    G4,774 m3,27 m19Rest des ersten StreifensÜbergang auf Streifen 2

    An den langen Wänden geht die Rechnung erstaunlich gut auf – bei A, B und F liegt die Abweichung unter einem Zentimeter. Das sieht später niemand.

    Die Nische war das Problem

    Schwierig wurde es bei den drei kurzen Wänden der Nische. Bei Wand C fehlen 5 Zentimeter, bei Wand D sind es 7,7 Zentimeter zu viel. Auf 39 beziehungsweise 43 Zentimetern Wandlänge fällt so etwas sofort auf.

    Die Lösung liegt in der Wahl der Verbinder, und die ist der eigentliche Trick am ganzen Umbau:

    • Starre Eck-Verbinder kommen an die Ein- und Ausgänge der Nische. Dort, wo die Maße ohnehin fast perfekt passen, sorgen sie für eine saubere 90-Grad-Kante.
    • Flexible Verbinder mit Kabel kommen innerhalb der Nische zum Einsatz. Wo der Streifen zu kurz ist, überbrückt das Kabel die fehlenden Zentimeter. Wo er zu lang ist, verschwindet der Überschuss als kleine Schlaufe in der Leiste.

    Ohne die Flex-Verbinder hätte der Streifen an diesen Stellen entweder gespannt oder geknickt – und ein geknickter LED-Streifen ist ein kaputter LED-Streifen. Das weiß ich aus Erfahrung.

    Detailaufnahme eines Verbinders zwischen zwei Abschnitten des Hue-Lightstrips in der Stuckleiste
    Nahaufnahme der Kabelverbindung zwischen zwei LED-Streifen-Abschnitten in der Deckenleiste
    So sitzt die Verbindung später in der Leiste – von unten unsichtbar.

    Löten statt stopfen

    Die mitgelieferten Verbindungskabel waren an mehreren Stellen deutlich länger als nötig. Statt den Überschuss irgendwo zu verstauen, haben wir die Kabel gekürzt: aufgetrennt, abisoliert, auf die passende Länge gebracht, verlötet und wieder isoliert.

    Wichtig dabei: Die Stecker und die Elektronik der Hue-Komponenten haben wir nicht angefasst. Geöffnet wurde nichts, gelötet wurde ausschließlich an den Verbindungskabeln dazwischen. Das ist der Unterschied zwischen „angepasst“ und „Garantie verloren“.

    Wer sich das nicht zutraut: Man kann die überschüssige Kabellänge auch einfach in der Leiste verstauen. Sieht niemand, kostet nur Platz. Wir wollten es sauber haben.

    Das Ergebnis

    Die beleuchtete Deckenecke mit dem Hue-Lightstrip, der Farbverlauf geht von Violett zu Blau
    Der Hue-Lightstrip in blauem Licht, die Kabelschlaufe des Flex-Verbinders ist in der Leiste verstaut
    Hier sieht man die Schlaufe des Flex-Verbinders – von unten fällt davon nichts auf.
    Blick in die ausgeleuchtete Deckenecke mit dem verlegten Hue-Lightstrip
    Indirekte Beleuchtung an der Wohnzimmerdecke mit dem Philips Hue Flux Gradient, der Streifen läuft von Magenta über Violett bis Cyan
    Fertig: ein einziger Streifen, mehrere Farben gleichzeitig.
    Der Hue Flux Gradient zieht sich rundherum um die abgehängte Wohnzimmerdecke, rechts Magenta, zur Raummitte hin Cyan
    Der Verlauf folgt dem Raum – genau das konnte der Govee-Streifen trotz RGBIC-Versprechen nicht.

    Was es gekostet hat

    Zum Einsatz kamen drei Streifen: ein 5-Meter-Grundset und zwei 10-Meter-Verlängerungen. Der Raum brauchte rund 25 Meter, verteilt auf zwei Stränge. Dazu die Verbinder, ohne die der ganze Aufbau nicht funktioniert hätte.

    BauteilMengePreis
    Philips Hue Flux 5 m Lightstrip (Grundset, 1.200 lm)99,99 €
    Hue Flux 10 m Lightstrip-Verlängerung189,99 €
    Hue Flux 10 m Lightstrip-Verlängerung (zweiter Strang)150,00 €
    Hue Flux Eckverbinder 90°, 4er-Pack19,99 €
    Hue Flux Flex-Verbinder 50 cm, 4er-Pack29,99 €
    Summe 489,96 €

    Und jetzt der Vergleich, der wehtut: Der 30-Meter-Streifen von Govee, der vorher an derselben Stelle lag, hat mich 49,99 Euro gekostet. Fünf Meter mehr Länge für ein Zehntel des Preises.

    Daran gibt es nichts schönzureden. Wer nur auf den Meterpreis schaut, muss zu Govee greifen – alles andere wäre unvernünftig.

    Der Haken an der Rechnung ist die Zeit. Der Govee-Streifen fing nach etwa einem Jahr an, in einzelnen Ecken zu flackern. Rechnet man den Preis auf die tatsächliche Nutzungsdauer um, verschiebt sich das Bild. Und das ist bei mir kein Einzelfall geblieben: Bei den Govee-Wandleuchten im Arbeitszimmer war nach vier Monaten die erste LED hinüber.

    Was in der Tabelle nicht steht, aber dazugehört: Die 50 Euro für die Verbinder hatte ich vorher nicht auf dem Zettel. Man plant den Streifen, rechnet mit dem Streifenpreis – und merkt erst beim Vermessen, dass man ohne Eck- und Flex-Verbinder um keine einzige Ecke kommt. Wer so einen Umbau plant, sollte die von Anfang an einkalkulieren.

    Hinweis in eigener Sache: Das 5-Meter-Grundset und die erste 10-Meter-Verlängerung wurden mir im Rahmen eines Produkttests kostenlos zur Verfügung gestellt. Die zweite Verlängerung und beide Verbinder-Sets habe ich selbst bezahlt. Ich rechne die Testprodukte hier trotzdem mit ihren regulären Preisen auf, damit du siehst, was das Projekt tatsächlich kostet. Nebenbei: „Kostenlos“ heißt auch bei Testprodukten nicht, dass gar nichts anfällt – auf den Warenwert werden Steuern fällig. Eine Bezahlung habe ich nicht erhalten, und der Hersteller hatte keinen Einfluss auf diesen Beitrag.

    Mein Fazit zum Umbau

    Der Preisunterschied zwischen den beiden Systemen ist erheblich, und ich will nicht so tun, als wäre er egal. Aber der Aufwand ist es genauso: Beim Govee-Streifen rollt man 30 Meter aus und klebt sie an. Beim Hue-Aufbau habe ich vorher jede Wand vermessen, durchgerechnet, die Verbinder geplant und am Ende gelötet.

    Ob sich das lohnt, hängt davon ab, was du willst. Für einen Partykeller oder eine Werkstatt würde ich immer den günstigen Streifen nehmen. Fürs Wohnzimmer, in dem man jeden Abend sitzt, war es die Sache wert – aber nicht, weil Hue draufsteht, sondern weil das Licht ruhig ist und der Verlauf dem Raum folgt.

    Habt ihr auch schon mal LED-Streifen um Ecken verlegt? Und wie habt ihr das mit den krummen Wandmaßen gelöst? Schreibt es mir in die Kommentare.

  • Govee, Tuya, Hue: Warum in meiner Decke jetzt ein Shelly steckt

    Govee, Tuya, Hue: Warum in meiner Decke jetzt ein Shelly steckt

    Es gibt diesen einen Moment, an dem Smart Home aufhört, smart zu sein. Bei mir ist das immer derselbe: Ich komme ins Arbeitszimmer, drücke den Schalter – und nichts passiert. Die Deckenlampe bleibt aus. In der App steht sie als erreichbar. Sie antwortet also. Sie tut nur nichts.

    Inzwischen hängt deshalb ein Shelly in meiner Decke. Nicht, weil ich die Lampe noch smarter machen wollte. Sondern damit ich ihr den Strom wegnehmen kann, wenn sie sich wieder aufgehängt hat.

    Das ist kein Govee-Verriss. Ich habe fünf Govee-Geräte im Haus und die meisten laufen. Aber ich habe daneben rund sechzig Philips-Hue-Leuchten und ein paar billige Lampen mit Tuya-Chip – und beim direkten Vergleich fällt ein Muster auf, das nichts mit Lichtqualität zu tun hat, sondern mit der Frage: Wie weit muss ein Schaltbefehl eigentlich reisen?

    Das Wichtigste vorab

    • Das Problem: zwei Govee-Deckenlampen hängen sich regelmäßig auf – erreichbar, aber taub
    • Der Workaround: Shelly davor, um hart stromlos zu schalten
    • Der eigentliche Unterschied: nicht Helligkeit oder Farbe, sondern lokal gegen Cloud
    • Der Beleg: 1.404 Zustandsabfragen in elf Stunden, davon 0 über mein lokales Netz
    • Und ja, auch Qualität: beim LED-Streifen war der Unterschied krass
    • Fairerweise: Govee kann Dinge, die Hue nicht kann – dazu unten mehr

    Was bei mir steht

    Damit du das einordnen kannst – das ist meine Ausgangslage, kein Labortest.

    Govee

    • Deckenleuchte RGBIC 48,5 W (H60A6) im Arbeitszimmer
    • Square Ceiling Light (H60A4) im Waschmaschinenraum
    • Glide Wandleuchten RGBIC, 6 Stück (H610A) hinter dem Schreibtisch
    • RGBIC LED-Streifen 30 m (H618F) – hing früher im Wohnzimmer
    • RGBWIC String Lights (H70C4) am Weihnachtsbaum

    Eingebunden über die Community-Bridge govee2mqtt. Dass ich überhaupt eine Community-Lösung brauche, ist schon Teil der Geschichte: Ich habe vorher alle offiziellen Wege probiert, und die waren schlechter.

    Philips Hue

    Rund sechzig Leuchten quer durchs Haus – Centura-Spots in den Decken, Fugato-Strahler, Infuse-Deckenleuchten, Xamento im Bad, Lightstrips in der Küche, Play-Leuchten hinterm Fernseher, Resonate draußen. Alles hängt an einer Hue Bridge, die wiederum in Home Assistant eingebunden ist.

    Tuya

    Ein paar namenlose Lampen mit Tuya-Chip, die typischen Dreißig-Euro-Teile aus dem Onlinehandel. Die nehme ich hier bewusst mit rein, weil sie exakt dasselbe Verhalten zeigen wie meine Govee-Deckenlampen. Genau das hat mich überhaupt erst auf die Spur gebracht, dass ich es hier nicht mit einem Markenproblem zu tun habe.

    Das Symptom: erreichbar, aber taub

    Beide Govee-Deckenlampen zeigen dasselbe Verhalten. Sie gehen nicht an. Kein Flackern, kein Verzögern, kein halbes Reagieren – einfach nichts. Die Govee-App meldet währenddessen brav, dass die Lampe online ist. Home Assistant schickt den Befehl raus und bekommt keinen Widerspruch.

    Es fühlt sich an, als hätte sich die Lampe intern aufgehängt und würde nach außen weiter freundlich winken. Und es gibt genau eine Lösung, die zuverlässig hilft: Strom weg, Strom wieder dran.

    Bei den Tuya-Lampen dasselbe Spiel. Auch da hilft am Ende nur der harte Neustart.

    Der Blick ins Log – und da wurde es interessant

    Weil Vermutungen langweilig sind, habe ich mir elf Stunden Protokoll der Govee-Bridge angesehen. Von morgens um halb acht bis abends um kurz vor sieben. In dieser Zeit hat die Bridge 1.404 Mal den Zustand meiner Govee-Geräte abgefragt. Davon liefen über mein lokales Netz: null.

    So sieht so eine Abfrage aus – Geräte-IDs habe ich geschwärzt:

    [2026-09-06T07:36:51 INFO govee::service::state]
      requesting update via Platform API
      H5044_XXXX (15:96:XX:XX:XX:XX:XX:XX H5044)
      DeviceState { on: false, brightness: 0,
                    source: "AWS IoT API",
                    updated: 2026-09-05T22:18:33Z }

    Zwei Dinge stecken in diesen fünf Zeilen. Erstens: Platform API und AWS IoT heißt, die Antwort kommt von Govees Servern, nicht aus meinem Wohnzimmer. Zweitens, und das ist der eigentliche Witz: Die Abfrage läuft morgens um 7:36 Uhr – und liefert einen Zustand, der auf 22:18 Uhr am Vorabend datiert ist. Neun Stunden alt.

    Diese Zeile wiederholt sich im Log über tausend Mal, alle dreißig Sekunden, immer mit demselben Zeitstempel. Tausend Anfragen quer über den Atlantik für eine Information, die sich nicht verändert.

    Lokal ist nur die halbe Miete

    Govee hat durchaus eine lokale Schnittstelle, und die Bridge nutzt sie auch. Aber nur in eine Richtung – zum Schalten. Und selbst da nicht durchgängig:

    [2026-09-06T08:19:00 INFO govee::service::state]
      Using LAN API to set Square Ceiling Light (H60A4) light power state
    
    [2026-09-06T10:55:57 INFO govee::service::state]
      Using Platform API to control Square Ceiling Light (H60A4)

    Dieselbe Lampe, zwei verschiedene Wege. Von 64 Befehlen an dieses Gerät gingen nur 9 lokal raus, 55 über die Cloud. Bei den Glide-Leuchten praktisch alles über die Cloud. Nur die Arbeitszimmerlampe schaltet überwiegend lokal, 8 von 9 Befehlen.

    Und dann ist da noch das hier:

    [2026-09-06T07:39:26 INFO govee::commands::serve]
      Querying platform API for device list
    
    [2026-09-06T07:42:18 INFO govee::commands::serve]
      Querying undocumented API for device + room list

    Undocumented API. Die Bridge muss neben der offiziellen Schnittstelle eine zweite, reverse-engineerte Hintertür mitbenutzen, weil die offizielle allein nicht ausreicht. In elf Stunden: 68 Abrufe über die eine, 67 über die andere.

    Im Klartext heißt das alles: Fällt mein Internet aus, kann ich einen Teil meiner Govee-Lampen noch schalten – weiß aber bei keiner einzigen mehr, ob sie an ist.

    Warum Hue dieses Problem nicht hat

    Hue funkt über Zigbee. Das ist ein eigener Funkstandard, kein WLAN. Der Befehl geht von Home Assistant an die Hue Bridge, von dort per Funk an die Lampe – und die Lampe funkt zurück, was sie gerade tut. Alles im Umkreis weniger Meter.

    Die Leuchten bilden dabei ein Mesh: Jede fest verbaute Lampe ist gleichzeitig Repeater für die nächste. Bei sechzig Leuchten habe ich praktisch überall im Haus Empfang, ohne dafür irgendwas aufgestellt zu haben.

    Und ja – das funktioniert auch ohne Internet, und zwar nicht nur in der Hue-App. Die Home-Assistant-Integration spricht die Bridge über deren lokale Schnittstelle an. Bei den quadratischen Bridges der zweiten Generation schickt die Bridge Zustandsänderungen sogar von sich aus an Home Assistant, über einen lokalen Event-Stream. Meine Wandpanels würden bei einem Internetausfall also weiterlaufen, weil die ganze Kette – Panel, Home Assistant, Bridge, Lampe – im Haus bleibt.

    Damit Hue hier nicht als Heiliger dasteht: Signify hat 2023 angekündigt, Nutzerkonten verpflichtend zu machen und Daten in die eigene Cloud zu laden. Die lokale Steuerung sollte davon unberührt bleiben – ob das so bleibt, weiß niemand. Der Unterschied ist trotzdem grundsätzlich: Bei Hue ist die Cloud eine Schicht obendrauf. Bei Govee ist sie der Weg.

    Die drei Systeme nebeneinander

    WasWie es funktCloud nötig?Internet weg
    Philips HueZigbee-Funk zur Bridge, Mesh-NetzNur für Fernzugriff über Hue und KontoLäuft komplett weiter
    Govee mit govee2mqttWLAN, lokal nur zum SchaltenKonto und API-Key immer nötigTeils schaltbar, Zustand unbekannt
    Tuya (Standard)WLAN zur Cloud und zurückFür allesTot

    Bei Tuya gibt es mit LocalTuya lokale Wege, aber dafür musst du dir die Geräteschlüssel aus der Cloud herausziehen. Das ist Bastelei für Leute, die Spaß daran haben – keine Lösung für jemanden, der einfach Licht anmachen will.


    Und dann ist da noch das Licht selbst

    Bis hierhin ging es nur um Technik unter der Haube. Aber es gibt auch einen Unterschied, den man schlicht sieht – und beim LED-Streifen im Wohnzimmer war der extrem.

    An derselben Stelle, an derselben Decke, hing erst der 30-Meter-Streifen von Govee und danach ein Hue Flux Gradient. Der Unterschied war Tag und Nacht: deutlich heller, sattere Farben, und vor allem ein ruhiges Licht. Beim Govee-Streifen flackerte es nach etwa einem Jahr in einzelnen Ecken, besonders beim Dimmen. Beim Hue ist das Licht einfach da und steht still.

    Dazu kommt, dass der Hue-Streifen mehrere Farben gleichzeitig darstellen kann und der Verlauf dem Raum folgt. Der Govee-Streifen konnte in der Praxis eine Farbe für alles – trotz RGBIC-Versprechen. Die Bilder vom Vorher-Nachher lege ich in einem eigenen Beitrag nebeneinander, in dem ich auch den Umbau und die Kosten aufschlüssele. Wie der Rest meines Hauses aufgebaut ist, steht unter Mein Setup.

    Und die Frage, wie lange es hält

    Bei den Glide-Wandleuchten ist nach vier Monaten echter Nutzung eine LED oben ausgefallen. Vorher lagen sie ein paar Monate nur zum Ausprobieren da. Vier Monate sind keine Lebensdauer, das ist eine Probefahrt.

    Zwei Govee Glide Lively Wandleuchten nebeneinander: die linke leuchtet mit rosa Verfärbung im oberen Bereich, die rechte gleichmäßig weiß
    Links die betroffene Leuchte mit dem rosa verfärbten oberen Segment, rechts wie es aussehen sollte.
    Nahaufnahme der defekten Govee Glide Lively Wandleuchte, bei der das obere Segment deutlich rosa statt weiß leuchtet
    Aus der Nähe wird der Farbstich im oberen Drittel noch deutlicher.

    Zum Vergleich: Ich benutze Hue seit der ersten Generation. Von damals hängen bei mir immer noch Glühbirnen, die bis heute funktionieren. Kaputt gegangen ist in all den Jahren genau ein einziger Hue-Streifen – und den habe ich selbst geknickt, weil ich ihn als Hintergrundbeleuchtung um einen Fernseher gelegt habe. Das war meine Entscheidung und mein Fehler, dafür kann Philips nichts.

    Was Govee wirklich gut macht

    Jetzt der faire Teil, denn den gibt es.

    Der Preis ist eine andere Liga. Ich habe 30 Meter RGBIC-Streifen für ungefähr das bezahlt, was Hue für zwei Meter aufruft. Wer eine Partykellerdecke oder einen Hobbyraum bunt machen will, kommt bei Hue schlicht nicht hin.

    Die Deckenlampe kann Vorder- und Hintergrundlicht getrennt schalten. Ein warmes Hauptlicht und dahinter ein farbiger Rand, unabhängig voneinander steuerbar – das habe ich bei Hue so nicht. Für Streaming-Hintergründe richtig praktisch.

    Die Govee-Deckenleuchte H60A6 an der Arbeitszimmerdecke mit eingeschaltetem Haupt- und Hintergrundlicht
    Beide Lichtebenen an: das helle Hauptlicht in der Mitte, außen der zusätzliche Ring.
    Dieselbe Govee-Deckenleuchte, bei der nur der äußere Leuchtring aktiv ist, während die Mitte dunkel bleibt
    Nur der äußere Ring – die Mitte bleibt dunkel. Das lässt sich in Home Assistant getrennt schalten.
    Dieselbe Govee-Deckenleuchte, bei der nur das innere Hauptlicht leuchtet und der äußere Ring dunkel bleibt
    Und umgekehrt: nur das Hauptlicht, der Ring aus. Genau das ist der Punkt, an dem Govee etwas kann, was meine Hue-Leuchten nicht können.
    Die Geräteseite der Govee-Deckenleuchte in Home Assistant mit den getrennten Schaltern für Background Light Toggle und Main Light Toggle
    In Home Assistant liegen dafür zwei eigene Schalter bereit: Background Light und Main Light.

    Die Effekte sind ein eigenes Universum. Meine Glide-Leuchten haben 88 vorgefertigte Effekte, von Aurora über Lagerfeuer bis Musikvisualisierung. Hue bietet eine Handvoll. Wenn du Show willst, liefert Govee Show.

    Und wo es dann doch klemmt

    Die Segmente gibt es – nur nicht dort, wo ich sie brauche. In der Govee-App kann ich die Glide segmentweise einfärben, und das sieht auch richtig gut aus: oben warmes Orange, unten kühles Blau, alles auf einer Leuchte.

    Die Govee Glide Lively Wandleuchte leuchtet im oberen Bereich orange und im unteren Bereich blau
    Zwei Farben auf einer Leuchte – technisch kann das Gerät es also durchaus.
    Screenshot der Govee-App mit der Segmentsteuerung, in der einzelne Abschnitte der Leuchte separat eingefärbt werden können
    In der Govee-App gibt es dafür eine eigene Oberfläche mit Schiebereglern pro Segment.

    In Home Assistant hört der Spaß dagegen auf. Dort liegen zwar zwölf Segment-Schalter bereit, aber sie tun nichts. Ich kann sie anklicken, es passiert nichts. Die Funktion existiert im Gerät, sie kommt nur nicht durch die Schnittstelle – und damit ist sie für jede Automatisierung wertlos. Was ich nicht aus Home Assistant heraus schalten kann, kann ich auch nicht an einen Sonnenuntergang, einen Bewegungsmelder oder eine Szene hängen.

    Insgesamt erzeugen meine fünf Govee-Geräte 67 Einträge in Home Assistant – mehr als meine sechzig Hue-Leuchten zusammen. Ein guter Teil davon sind Schaltflächen, die versprechen, was das Gerät nicht hält.

    Die Geräteseite der Govee Glide Lively in Home Assistant mit einer langen Liste einzelner Segment-Schalter
    Eine einzige Leuchte, eine endlose Liste: Segment für Segment steht hier als eigener Schalter – anfassen lässt sich davon nichts.

    Mein Fazit

    Die Regel, die ich daraus mitgenommen habe, ist simpel: Je weiter der Schaltbefehl reisen muss, desto mehr Stellen gibt es, an denen er hängen bleiben kann.

    Bei Zigbee sind das ein paar Meter Funk. Bei Govee und Tuya geht es über deinen Router, deinen Provider, ein Rechenzentrum und wieder zurück. Jede dieser Stationen kann klemmen – und wenn das Gerät sich dann aufhängt, merkst du es nicht mal, weil die Cloud noch den alten Zustand von gestern Abend ausliefert.

    Deshalb mein praktischer Rat, und der gilt für Govee genauso wie für Tuya: Plane bei WLAN-Leuchten von Anfang an eine Möglichkeit ein, den Strom zu kappen. Ein Shelly hinter dem Schalter, eine schaltbare Steckdose, irgendwas. Nicht weil du es hoffentlich brauchst – sondern weil du es sicher brauchen wirst.

    Und wenn eine Lampe an einer Stelle hängt, an die du schlecht rankommst, oder wenn eine Automatisierung sich darauf verlassen muss, dass der Zustand stimmt: dann nimm Zigbee. Der Aufpreis kauft dir keine schöneren Farben. Er kauft dir Verlässlichkeit – und, wie meine Glühbirnen aus der ersten Generation zeigen, ziemlich viele Jahre.

    Meine Wertungen

    • Govee Deckenleuchte RGBIC (H60A6/H60A4): ⭐⭐ (2/5) – schönes Licht, aber eine Lampe, die einen Shelly zum Neustarten braucht, ist keine smarte Lampe
    • Govee Glide Wandleuchten (H610A): ⭐⭐ (2/5) – tolle Effekte, aber defekte LED nach vier Monaten und eine Segmentsteuerung, die nur in Govees eigener App funktioniert
    • Govee LED-Streifen 30 m (H618F): ⭐⭐ (2/5) – unschlagbarer Meterpreis, dafür flaue Farben und Flackern nach einem Jahr
    • Philips Hue (quer durchs Sortiment): ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5) – teuer, langweilig, funktioniert einfach

    Hinweis: Das hier ist mein persönlicher Erfahrungsbericht mit meinen eigenen Geräten – kein Labortest und keine Aussage über die Marken insgesamt. Deine Erfahrung kann eine völlig andere sein. Sobald ich Partnerlinks einsetze, kennzeichne ich die transparent. Aktuell sind alle Links reine Produktverweise.


    Und demnächst wird es hier technischer: Ich schreibe gerade an einem Beitrag über ein kleines Python-Skript, das meine komplette Steam-Bibliothek durchgeht und nach USK-Alterseinstufung sortiert. Damit ich auf einen Blick sehe, was ich zocken kann, während der Nachwuchs im Raum ist. Das Skript gibt es dann zum Mitnehmen.

    Wie sieht es bei dir aus? Hast du WLAN-Leuchten, die sich regelmäßig verabschieden – oder läuft dein Govee-Kram tadellos? Schreib’s mir in die Kommentare, ich bin ehrlich neugierig, ob das an meinem Netz liegt.

  • Neustart: Zwei Jahre Funkstille – und was jetzt hier passiert

    Diese Seite gibt es seit 2024. Und wenn du jetzt oben auf das Datum der bisherigen Beiträge schaust, siehst du auch ziemlich schnell, was in der Zwischenzeit passiert ist: nicht besonders viel.

    Das lag nicht daran, dass mir die Themen ausgegangen wären. Eher im Gegenteil. In den zwei Jahren ist mein Haus zu einem ziemlichen Biest geworden – Home Assistant mit hunderten Geräten, Fußbodenheizung mit eigener Regelung pro Raum, ein NAS im Keller, auf dem meine Dokumente statt in irgendeiner Cloud liegen. Nur habe ich nie aufgeschrieben, wie das alles zustande kam.

    Das ändert sich jetzt.

    Warum ich das überhaupt mache

    Bei fast jedem Projekt hier war es dasselbe: Ich habe stundenlang gesucht und nichts gefunden. Anleitungen hören an der Stelle auf, an der es interessant wird. Produkttests bestehen aus abgeschriebenen Herstellerangaben. Und in Foren steht dann irgendwo ein Beitrag von 2019, der genau dein Problem beschreibt – ohne Antwort.

    Also schreibe ich es selbst auf. Was ich gebaut habe, wie ich es gebaut habe, was es gekostet hat und wo ich mich geirrt habe. Vor allem der letzte Teil, denn den findet man am seltensten.

    Was dich hier erwartet

    • Smart Home – Home Assistant, Zigbee, Beleuchtung, Heizung, alles was das Haus selbst steuert
    • Produkttests – Geräte, die ich tatsächlich benutze. Mit Sternen, auch wenn es nur zwei sind
    • Lokal statt Cloud – warum bei mir möglichst wenig auf fremden Servern liegt und wie das praktisch aussieht
    • DIY & Bauen – das Handfeste, von der Trockenbaudecke bis zum Kabelkanal
    • 3D-Druck – weil sich damit erstaunlich viele Probleme lösen lassen

    Kein Hochglanz, keine bezahlten Lobeshymnen. Wenn etwas nervt, steht das hier auch – selbst wenn ich es selbst gekauft habe und es eigentlich gut finden wollte.


    Womit du anfangen kannst

    Wenn du wissen willst, worauf sich das alles bezieht, schau dir am besten zuerst Mein Setup an. Da steht, was bei mir tatsächlich läuft – von der Zentrale bis zum 3D-Drucker, zum Durchklicken sortiert. Die Seite halte ich laufend aktuell, sie ist sozusagen das Inhaltsverzeichnis für alles andere hier.

    Und dann leg einfach los. Neue Beiträge kommen ab jetzt regelmäßig – diesmal wirklich.

    Falls du ein Thema hast, das dich besonders interessiert, oder irgendwo feststeckst: Schreib’s in die Kommentare. Ich schreibe lieber über Dinge, bei denen jemand tatsächlich wartet, als ins Leere.