Vom Govee zum Hue Flux Gradient: Umbau, Teileliste und was es gekostet hat

Im Beitrag über Govee, Tuya und Hue habe ich erklärt, warum ich im Wohnzimmer vom Govee-Streifen auf Philips Hue gewechselt bin. Hier geht es um das Wie: wie der Umbau abgelaufen ist, warum ich vorher zwei Stunden mit dem Zollstock verbracht habe, wo gelötet werden musste – und was am Ende auf der Rechnung stand.

Vorweg: Das ist kein Nachmittagsprojekt. Wer glaubt, man klebt einen Hue-Streifen einfach in die Decke, unterschätzt den Teil, den keine Produktseite erwähnt.

Die Ausgangslage

In der abgehängten Wohnzimmerdecke läuft rundherum eine Stuckleiste, in der die indirekte Beleuchtung sitzt. Vorher lag dort der 30-Meter-Streifen von Govee.

Die Ecke der abgehängten Wohnzimmerdecke mit der Stuckleiste, in der später der LED-Streifen verlegt wird
Die Stuckleiste rundherum – hier hinein kommt der Streifen.
Blick entlang der Deckenkante mit der leeren Stuckleiste vor dem Umbau
Das Wohnzimmer mit dem alten Govee-LED-Streifen, die Decke ist rundherum in einem einzigen violetten Ton beleuchtet
Der Govee-Streifen im Betrieb: eine Farbe für den ganzen Raum.

Warum man das nicht einfach draufklebt

Der entscheidende Unterschied zum Govee-Streifen: Hue-Streifen lassen sich nur an markierten Stellen schneiden. Bei meinem Modell sitzt alle 17 Zentimeter eine solche Schnittmarkierung. Dazwischen geht nichts – man kann nicht auf den Zentimeter genau kürzen.

Das klingt harmlos, bis man eine Wand hat, die 39 Zentimeter misst. Zwei Segmente ergeben 34 Zentimeter, drei ergeben 51. Beides passt nicht. Genau deshalb muss man vorher rechnen statt nachher zu improvisieren.

Handskizze des Wohnzimmergrundrisses mit farbig eingezeichneten Wänden und notierten Maßen für die LED-Planung
Erst der Zollstock, dann der Lötkolben: jede Wand einzeln vermessen und aufgezeichnet.

Ich habe also jede Wand einzeln ausgemessen, aufgezeichnet und dann durchgerechnet, wie viele 17-Zentimeter-Segmente auf welche Wand passen und wie groß die Abweichung wird. Die Rechnerei habe ich mir dabei von einer KI gegenprüfen lassen – gebaut haben wir dann selbst.

Die Rechnung, Wand für Wand

WandReale LängeLED-SchnittlängeSegmente à 17 cmDifferenzVerbinder
A4,751 m4,76 m28+0,9 cmEck-Verbinder
B3,915 m3,91 m23−0,5 cmEck-Verbinder
C0,390 m0,34 m2−5,0 cmFlex-Verbinder
D0,433 m0,51 m3+7,7 cmFlex-Verbinder
E0,382 m0,34 m2−4,2 cmEck-Verbinder
F1,873 m1,87 m11−0,3 cmEck-Verbinder
G4,774 m3,27 m19Rest des ersten StreifensÜbergang auf Streifen 2

An den langen Wänden geht die Rechnung erstaunlich gut auf – bei A, B und F liegt die Abweichung unter einem Zentimeter. Das sieht später niemand.

Die Nische war das Problem

Schwierig wurde es bei den drei kurzen Wänden der Nische. Bei Wand C fehlen 5 Zentimeter, bei Wand D sind es 7,7 Zentimeter zu viel. Auf 39 beziehungsweise 43 Zentimetern Wandlänge fällt so etwas sofort auf.

Die Lösung liegt in der Wahl der Verbinder, und die ist der eigentliche Trick am ganzen Umbau:

  • Starre Eck-Verbinder kommen an die Ein- und Ausgänge der Nische. Dort, wo die Maße ohnehin fast perfekt passen, sorgen sie für eine saubere 90-Grad-Kante.
  • Flexible Verbinder mit Kabel kommen innerhalb der Nische zum Einsatz. Wo der Streifen zu kurz ist, überbrückt das Kabel die fehlenden Zentimeter. Wo er zu lang ist, verschwindet der Überschuss als kleine Schlaufe in der Leiste.

Ohne die Flex-Verbinder hätte der Streifen an diesen Stellen entweder gespannt oder geknickt – und ein geknickter LED-Streifen ist ein kaputter LED-Streifen. Das weiß ich aus Erfahrung.

Detailaufnahme eines Verbinders zwischen zwei Abschnitten des Hue-Lightstrips in der Stuckleiste
Nahaufnahme der Kabelverbindung zwischen zwei LED-Streifen-Abschnitten in der Deckenleiste
So sitzt die Verbindung später in der Leiste – von unten unsichtbar.

Löten statt stopfen

Die mitgelieferten Verbindungskabel waren an mehreren Stellen deutlich länger als nötig. Statt den Überschuss irgendwo zu verstauen, haben wir die Kabel gekürzt: aufgetrennt, abisoliert, auf die passende Länge gebracht, verlötet und wieder isoliert.

Wichtig dabei: Die Stecker und die Elektronik der Hue-Komponenten haben wir nicht angefasst. Geöffnet wurde nichts, gelötet wurde ausschließlich an den Verbindungskabeln dazwischen. Das ist der Unterschied zwischen „angepasst“ und „Garantie verloren“.

Wer sich das nicht zutraut: Man kann die überschüssige Kabellänge auch einfach in der Leiste verstauen. Sieht niemand, kostet nur Platz. Wir wollten es sauber haben.

Das Ergebnis

Die beleuchtete Deckenecke mit dem Hue-Lightstrip, der Farbverlauf geht von Violett zu Blau
Der Hue-Lightstrip in blauem Licht, die Kabelschlaufe des Flex-Verbinders ist in der Leiste verstaut
Hier sieht man die Schlaufe des Flex-Verbinders – von unten fällt davon nichts auf.
Blick in die ausgeleuchtete Deckenecke mit dem verlegten Hue-Lightstrip
Indirekte Beleuchtung an der Wohnzimmerdecke mit dem Philips Hue Flux Gradient, der Streifen läuft von Magenta über Violett bis Cyan
Fertig: ein einziger Streifen, mehrere Farben gleichzeitig.
Der Hue Flux Gradient zieht sich rundherum um die abgehängte Wohnzimmerdecke, rechts Magenta, zur Raummitte hin Cyan
Der Verlauf folgt dem Raum – genau das konnte der Govee-Streifen trotz RGBIC-Versprechen nicht.

Was es gekostet hat

Zum Einsatz kamen drei Streifen: ein 5-Meter-Grundset und zwei 10-Meter-Verlängerungen. Der Raum brauchte rund 25 Meter, verteilt auf zwei Stränge. Dazu die Verbinder, ohne die der ganze Aufbau nicht funktioniert hätte.

BauteilMengePreis
Philips Hue Flux 5 m Lightstrip (Grundset, 1.200 lm)99,99 €
Hue Flux 10 m Lightstrip-Verlängerung189,99 €
Hue Flux 10 m Lightstrip-Verlängerung (zweiter Strang)150,00 €
Hue Flux Eckverbinder 90°, 4er-Pack19,99 €
Hue Flux Flex-Verbinder 50 cm, 4er-Pack29,99 €
Summe 489,96 €

Und jetzt der Vergleich, der wehtut: Der 30-Meter-Streifen von Govee, der vorher an derselben Stelle lag, hat mich 49,99 Euro gekostet. Fünf Meter mehr Länge für ein Zehntel des Preises.

Daran gibt es nichts schönzureden. Wer nur auf den Meterpreis schaut, muss zu Govee greifen – alles andere wäre unvernünftig.

Der Haken an der Rechnung ist die Zeit. Der Govee-Streifen fing nach etwa einem Jahr an, in einzelnen Ecken zu flackern. Rechnet man den Preis auf die tatsächliche Nutzungsdauer um, verschiebt sich das Bild. Und das ist bei mir kein Einzelfall geblieben: Bei den Govee-Wandleuchten im Arbeitszimmer war nach vier Monaten die erste LED hinüber.

Was in der Tabelle nicht steht, aber dazugehört: Die 50 Euro für die Verbinder hatte ich vorher nicht auf dem Zettel. Man plant den Streifen, rechnet mit dem Streifenpreis – und merkt erst beim Vermessen, dass man ohne Eck- und Flex-Verbinder um keine einzige Ecke kommt. Wer so einen Umbau plant, sollte die von Anfang an einkalkulieren.

Hinweis in eigener Sache: Das 5-Meter-Grundset und die erste 10-Meter-Verlängerung wurden mir im Rahmen eines Produkttests kostenlos zur Verfügung gestellt. Die zweite Verlängerung und beide Verbinder-Sets habe ich selbst bezahlt. Ich rechne die Testprodukte hier trotzdem mit ihren regulären Preisen auf, damit du siehst, was das Projekt tatsächlich kostet. Nebenbei: „Kostenlos“ heißt auch bei Testprodukten nicht, dass gar nichts anfällt – auf den Warenwert werden Steuern fällig. Eine Bezahlung habe ich nicht erhalten, und der Hersteller hatte keinen Einfluss auf diesen Beitrag.

Mein Fazit zum Umbau

Der Preisunterschied zwischen den beiden Systemen ist erheblich, und ich will nicht so tun, als wäre er egal. Aber der Aufwand ist es genauso: Beim Govee-Streifen rollt man 30 Meter aus und klebt sie an. Beim Hue-Aufbau habe ich vorher jede Wand vermessen, durchgerechnet, die Verbinder geplant und am Ende gelötet.

Ob sich das lohnt, hängt davon ab, was du willst. Für einen Partykeller oder eine Werkstatt würde ich immer den günstigen Streifen nehmen. Fürs Wohnzimmer, in dem man jeden Abend sitzt, war es die Sache wert – aber nicht, weil Hue draufsteht, sondern weil das Licht ruhig ist und der Verlauf dem Raum folgt.

Habt ihr auch schon mal LED-Streifen um Ecken verlegt? Und wie habt ihr das mit den krummen Wandmaßen gelöst? Schreibt es mir in die Kommentare.

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